Archive for the ‘Konzert’ Category

Alban Berg Quartett (Mozart, Schwertsik,…)

Sonntag, Mai 18th, 2003

Per Arne Glorvigen (Bandoneon)
(Konzerthaus 17.5.)
Mozart: Streichquartett Es-Dur K421b
Kurt Schwertsik: Adieu Satie op. 86 (2002)
Astor Piazolla: Tango Sensations
Smetana: Streichquartett Nr. 1 e-moll

Das letzte Konzert des ABQ in dieser Saison zeichnete sich durch zwei Dinge aus: Die ungewöhnliche Länge (mehr als zweieinhalb Stunden) sowie die noch ungewöhnlichere Popularität des Programms. Die beiden Stücke von Schwertsik und Piazolla für Streichquartett und Bandoneon waren rhythmische Feuerwerke, sehr zur Freude des Publikums, das offenbar jederzeit auf subtilere ästhetische Herangehensweisen zu verzichten bereit ist.

Bach: h-moll Messe

Montag, April 21st, 2003

Musikverein 13.4.
Wiener Philharmoniker Dirigent: Semyon Bychkov

Hat man die Wiener Philharmoniker schon mehrmals in Bestform erlebt, war dieses Konzert nicht wirklich befriedigend. Selbstverständlich war es eine Aufführung auf hohem Niveau, aber es fehlt der ästhetische “Mehrwert”, den man von einem Spitzenorchester erwarten darf.

Semyon Bychkov konnte sich offenbar nicht entscheiden, wie er die Messe interpretieren wollte. Für eine “klassische” Aufführung war die Besetzung deutlich zu klein, für eine an der historischen Aufführungspraxis angelehnte Interpretation spielten die Wiener wiederum zu brav. Schade eigentlich.

Klangforum Wien (Cage, Zender,…)

Sonntag, April 13th, 2003

Konzerthaus 8.4.
Dirigent: Hans Zender
John Cage: Ryoanji (1983-85)
Hans Zender: Cabaret Voltaire (2001/02)
Roman Haubenstock-Ramati: Credentials or “Think, Think Lucky” (1960)
Olivier Messiaen: Couleurs de la cité céleste (1963)

Kommt man aus dem vergleichsweise absurden Berufsleben direkt in den Konzertsaal, fällt der Übergang zu einer Vertonung von dadaistischen Gedichten nicht schwer. Hans Zender setzte sechs “sinnlose” Gedichte Hugo Wolfs in Töne, und machte dies ebenso souverän wie die heikle Bearbeitung von Schuberts “Winterreise”, die ich vor einigen Jahren in Salzburg hörte.

Dazu hervorragend passend Haubenstock-Ramatis Vertonung des berühmten Monologs von Lucky aus “Warten auf Godot”. Salome Kammer setzte ihre Stimme beeindruckend flexibel und differenziert ein. Ein ausgesprochen gelungener Abschluss dieses Konzertzyklus.

Alban Berg Quartett (Haydn, Janáček,…)

Mittwoch, Februar 19th, 2003

Haydn: Streichquartett C-Dur Hob. III/77
Janáček: Streichquartett Nr. 1
Beethoven: Streichquartett f-moll op. 95
Konzerthaus 16.2.

Wie das auf das ABQ zugeschnittene Programm schon vermutet läßt: Es war ein großartiges Konzert, und ich fürchte das mir langsam die positiven Adjektive dafür ausgehen. Besonders gut in Form Gerhard Schulz (2. Violine), der energischer als sonst an die Stücke heranging.

Klangforum Wien (Webern, Sciarrino,…)

Sonntag, Februar 2nd, 2003

Anton Webern: Fünf Stücke für Orchster op. 10 (1911-13)
Salvatore Sciarrino: Introduzione all’oscurio (1981)
Anton Webern: Symphonie op. 21 (1928)
Olga Neuwirth: torsion: transparent variation
Anton Webern: Sechs Orchesterstücke op. 6 (1909/1920)
Konzerthaus 29.1.

Es war durchaus nicht das erste Mal, dass ich Werke Weberns im Konzert hörte, so erinnere ich mich (hoffentlich richtig) an eine Aufführung während der Salzburger Festspiele (Wiener Philharmoniker / Pierre Boulez).

So hingebungsvoll wie das Klangforum Wien spielten sie damals jedenfalls nicht, die Interpretation war extrem präzise und enthusiastisch zugleich, eine Kombination die dem Minimalismus Weberns entgegen kommt. Das neue Stück von Olga Neuwirth war klanglich sehr interessant, wie alle Kompostionen von ihr, die mir bisher zu Ohren kamen. Für ein solideres Urteil müsste man das Stück allerdings mehrmals hören.

Alban Berg Quartett (Schnittke, Beethoven)

Samstag, Februar 1st, 2003

Schnittke: Streichquartett Nr. 4 (1989)
Beethoven: Streichquartett cis-moll op. 131
Konzerthaus 27.1.

Schnittke komponierte sein viertes Streichquartett für das Alban Berg Quartett, und es gehört zum Abgründigsten, was ich von Schnittke bisher hörte. Die Stimmung des Werkes ist düster, und schöpft die Möglichkeiten an Dynamik und Klangfarben eines Streichquartetts bis in Extreme aus.

Wenn das ABQ Beethoven spielt, gehört das regelmäßig zu den Höhepunkten des Wiener Konzertlebens. Auch diesmal ließ die Interpretation nichts zu wünschen übrig, auffallend allerdings, dass sich die Furiosität der vier Musiker in der zweiten Hälfte noch einmal deutlich steigerte.

Zyklus Albert Berg Quarett: 1. Konzert

Samstag, November 30th, 2002

aron quartett
Konzerthaus 26.11.
Viktor Ullmann: Streichquartett Nr. 3 op. 46 (1943)
Alban Berg: Streichquartett op. 3 (1910)
Antonin Dvorák: Streichquartett Nr. 13 op. 106 (1895)

Traditonsgemäß bestreitet ein Gastensemble das erste Konzert dieses Zyklus und erhält dadurch Gelegenheit, sich dem Wiener Streichquartett-Publikum vorzustellen. Die Interpretationspraxis bewegte sich in bewährtem Rahmen, auf eine musikalische Profilierung durch Extravaganzen wurde verzichtet.

Die Zusammenstellung des Programms verdient wegen des selten gespielten Ullmann-Quartetts großes Lob, es wurde dann auch mit entsprechendem Verve gegeben. Bei Alban Berg fanden die vier Musiker zu einem guten Mittelweg zwischen Expression und Exaktheit.

Ein zwiespältiges Gefühl ließ Dvoráks Nr. 13 zurück. Kompositorisch einfallsreich, wirkt es ästhetisch etwas antiquiert, wenn man etwa an die späten Beethoven Quartette denkt.

Von den Höhen und Tiefen des Wiener Kulturlebens

Samstag, September 28th, 2002

Eine der größten Bereicherung des Wiener Musiklebens ist das Klangforum Wien, das für die neue Musik einen ähnlichen Stellenwert besitzt wie die Wiener Philharmoniker für die klassische Musik allgemein.

Am Dienstag (24.9.) gab es ein Sonderkonzert für Abonnenten und etwa 40 UNO-Botschafter. Der Enthusiasmus, der hier der neuen Musik entgegenbracht wurde, ist angesichts der ästhetischen Komplexität des Gebotenen besonders erfreulich.

Herausragend Xenakis’ “Psappha” für Schlagzeug solo (1976), brillant interpretiert von Björn Wilker. Von bestimmter Seite wird der Sinn und Zweck von musikalischer Virtuosität regelmäßig hinterfragt. Dabei liegt die Antwort auf der Hand: Sie ist notwendig, um (möglichst) viele musikalische Ideen adäquat umsetzen zu können. Handwerkliche Schwächen der ausführenden Musiker führen direkt zu ästhetischen Einschränkungen des Komponisten. Virtuosität zu verachten können sich also nur jene Musikrichtungen erlauben, die ästhetisch zweitklassig sind. Xenakis zehnminütiges Stück enthält mehr rhythmischen Einfallsreichtum als ein paar Jahre Popmusik zusammen. Das muss ab und zu gesagt werden :-)

Von einem erstklassigen Konzert zu einer letztklassigen Theateraufführung (26.9.). Das wäre nicht weiter schlimm, ereignete sich letzteres nicht ausgerechnet im Burgtheater. Rostands “Cyrano de Bergerac” stand auf dem Spielplan, einem Stück, dessen Grad an Überflüssigkeit direkt proportional mit der Peinlichkeit der Inszenierung Sven-Eric Bechtolfs ist. Klaus Maria Brandauer (Hauptrolle) hat hoffentlich auch schon bessere Tage erlebt. Ich habe in der Pause fluchtartig das Theater verlassen.

Münchner Philharmoniker (Mozart, Mahler)

Montag, Juni 17th, 2002

Mozart: Symphonie C-Dur, KV 338
Mahler: Symphonie Nr. 6 a-Moll
Wiener Musikverein 16.6.
Münchner Philharmoniker
James Levine

Ich weiß nicht, was mich mehr ärgern soll, die alles in allem sehr effekthascherische Mahler-Interpretation Levines oder meine Reaktion darauf: ich fand sie mitreissend. Mag man auch denken, Pierre Boulez’ Herangehensweise sei “ästhetisch korrekter”, mag man das Übertreiben ins Dämonische erkennen, mag man schließlich der Auffassung sein, Mahlers Werke seien auch ohne interpretatorische Überspitzung wirkungsmächtig genug, der Abend war trotzdem fulminant.

Seit Dezember beschäftige ich mich nicht selten mit Celibidache und den Münchner Philharmonikern, ein Orchester das ich bis dahin sträflich unterschätzte. Im Konzert hörte ich sie gestern zum ersten Mal und fand meine Einschätzung bestätigt, nämlich dass sie definitiv in die erste Reihe der orchestralen Klangkunst gehören. Selten habe ich ein Orchester so enthusiastisch gesehen, freilich sitze ich auch selten in der ersten Parterreloge, wo man einen ausgezeichneten Blick auf das Geschehen hat. Levine trieb das Orchester mit seinen gemurmelten “wonderfuls” offenbar tatsächlich zu Höchstleistungen an.

Die sechste Symphonie, 1904 entstanden, gehört zu den düstersten Kompositionen Mahlers. Pessimismus und Verzweiflung dominieren. Man stellt sich die Frage, warum in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg viele Werke geschaffen wurden, die man heute gerne als “prophetisch” bezeichnet. Kafkas Texte wären ein weiteres Beispiel, oder Musils “Törleß”. Darauf eine Antwort geben zu wollen, erscheint aussichtslos, vermutlich hängt es aber mit einem adäquaten Verständnis der menschlichen Natur zusammen.

Bruckner: Symphonie Nr. 8

Samstag, Juni 15th, 2002

Wiener Musikverein 9.6.
Cleveland Symphony Orchestra
Christoph von Dohnany

Obwohl ich (vor allem bei den Salzburger Festspielen) schon viele amerikanische Orchester hörte, erstaunt mich immer wieder deren technische Perfektion. Das Cleveland SO bildet hier keine Ausnahme. Bruckners monumentale Achte wurde makellos dargeboten: differenzierte Streicher, höchst präzise Blechbläser. Die Interpretation fand einen gelungenen Kompromiss zwischen Analytizität und Emotionalität. Abgesehen von zwei (!) spontanen Handyeinsätzen, ein gelungener Konzertabend.

Beethoven: Symphonien Nr. 2 und Nr. 5

Dienstag, Mai 7th, 2002

Wiener Musikverein 5.5.
Wiener Philharmoniker
Dirigent: Simon Rattle

Es gibt eine für mich unerklärliche Scheu innerhalb des klassischen Konzertbetriebs, Beethovens Fünfte zu spielen. Mahlers Fünfte wird sehr viel öfter gegeben, sogar eine Reihe von Raritäten kann man regelmäßiger hören als eine der wichtigsten Werke der Symphoniegeschichte.

Von einer “Abnutzung” des Werks (oder welche abstrusen Anschauungen auch immer diesem Verhalten zugrunde liegen) kann keine Rede sein, das bewies Rattles Interpretation mit Nachdruck. Mit etwas Fantasie konnte man sich gut vorstellen, als wie un-erhört dieses Werk von Beethovens Zeitgenossen empfunden werden musste.

Beethoven: Symphonien Nr. 1 und Nr. 3

Samstag, Mai 4th, 2002

Wiener Musikverein 1.5.
Wiener Philharmoniker
Dirigent: Simon Rattle

Eines der herausragendsten Konzertereignisse in diesem Frühling ist die Aufführung aller Symphonien Beethovens mit den Wiener Philharmonikern unter Simon Rattle. Die Konzerte werden erstmals alle live auf Ö1 zu hören sein, darüberhinaus dienen die Aufnahmen als Basis für eine CD-Gesamteinspielung bei EMI.

Der Auftakt war viel versprechend, Rattles Interpretation baut teilweise auf den Erkenntnissen der Originalklangbewegung auf, ohne die Wiener Philharmoniker klanglich künstlich zu beschneiden. Das Ergebnis ist eine brillante, dynamisch fein schattierte Interpretation, die das Publikum berechtigterweise in helle Begeisterung versetzte. Morgen höre ich live noch das zweite Konzert, danach bin ich ebenfalls auf das Radio angewiesen.

Zyklus Alban Berg Quartett: 4. Konzert

Mittwoch, Mai 1st, 2002

Hugo Wolf: Italienische Serenade G-Dur
Robert Schumann: Streichquartett A-Dur op. 41/3
Béla Bartók: Streichquartett Nr. 4
Wiener Konzerthaus 29.4.

Nun beginnt skandalöserweise wieder die Alban-Berg-Quartett-lose Zeit des Jahres, das nächste Konzert gibt es erst im Januar. Der Abschluss des Zyklus war hervorragend, vor allem Günter Pichler (1. Violine) war so in Hochform, dass es ihn kaum auf seinem Stuhl gehalten hat. Bei Bartók wurde jede denkbare Klangnuance ausgeschöpft, von den leisesten, kaum hörbaren Tönen bis zum furiosen nur gezupften Satz.

Concertgebouworchester (Varese, Debussy,…)

Dienstag, März 19th, 2002

Varèse: Intégrales
Debussy: La mer
Franck: Symphonie d-Moll
Concertgebouworchester Amsterdam
Dirigent: Yan Pascal Tortelier
Musikverein 16.3.

Wie wenig das Wiener Musikvereinspublikum (leider!) noch an avantgardistische Musik gewöhnt ist, zeigte die Reaktion auf die energische Interpretation des Varèse-Werks durch das exzellent disponierte Concertgebouw Orchester: Viele Zuhörer verweigerten den Applaus.

Was dann bei “La mer” zu viel an Analytizität hörbar war, passte hervorragend zu Francks strukturell sehr komplex angelegter Symphonie. Insgesamt ein erfrischend abwechslungsreiches Programm.

Zyklus Alban Berg Quartett: 3. Konzert

Sonntag, März 3rd, 2002

Mozart: Streichquartett D-Dur K 589
Rihm: Streichquartett Nr. 4
Beethoven: Streichquartett C-Dur op. 59/3
Wiener Konzerthaus 2.3.

Es ist immer wieder erstaunlich zu hören, wie das Ensemble zur Höchstform aufläuft, wenn Beethoven auf dem Programm steht, aber das ist ja auch diskographisch hinreichend dokumentiert.

Neu war für mich das 1979/81 entstandene vierte Streichquartett Wolfgang Rihms, das er dem Alban Berg Quartett gewidmet hatte und von diesem 1983 auch uraufgeführt wurde. Obwohl Rihm viele der klanglichen Möglichkeiten ausnutzt, welche die Neue Musik bietet, mutet das Werk vom Gesamteindruck beinahe “klassisch” an, zumal wenn es eingerahmt von Mozart und Beethoven präsentiert wird.

Zyklus Alban Berg Quartett: 2. Konzert

Samstag, Februar 2nd, 2002

Mozart: Streichquartett D-Dur K 575
Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 7 fis-moll op. 108
Janácek: Streichquartett Nr. 2
Wiener Konzerthaus 27.1.

Durchsichtig Mozart, energisch-energiegeladen Schostakowitsch, brillant ausgewogen Janácek, so läßt sich kurz zusammengefasst das Konzert beschreiben. Die Zusammenstellung führte wieder einmal die ungeheure Spannweite der Ausdrucksmöglichkeiten dieses Ensembles vor Augen

Aviv Quartett

Samstag, Dezember 8th, 2001

Wiener Konzerthaus am 2. Dezember
Joseph Haydn: Streichquartett F- Dur Hob. III/82
Bela Bartok: Streichquartett Nr. 1 a-moll op. 7
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 9 Es-Dur op. 117

Wie immer wird im ersten Konzert des Alban-Berg-Quartett-Zyklus ein anderers Ensemble eingeladen, diesmal das junge Aviv Quartett. Zum Auftakt gab es Haydn, technisch perfekt dargeboten, allerdings ziemlich pauschal gespielt.

Ganz anders die Werke von Bartok und Schostakowitsch, wo eigene, bei letzterem manchmal wilde Akzente gesetzt wurden. Das Publikum war hingerissen und beschwor damit eine nach dem Schostakowitsch-Quartett völlig unpassende Tschaikowsky-Zugabe (Andante cantabile) hervor.

Das Zugabe-Wesen des klassischen Konzertbetriebs ist dringend verbesserungsbedürftig.

Xenakis II

Samstag, November 17th, 2001

Wien Modern am 14.11. 2001 im Konzerthaus
Arditti String Quartett
Xenakis: Kottos (1977)
Xanakis: Ergma (1994)
Paul Usher: String Quartett (2000/01)
Conlon Nancarrow: String Quartet No. 3 (1987)
Xenakis: Ikhoor (1978)
Xenakis: Tetras (1983)

Ein Grund, warum ich vor eineinhalb Jahren nach Wien zog war musikalischer Natur. Die letzten Tage bestätigten diesen Aspekt eindrucksvoll: Am Sonntag eine erstklassige Interpretation von Haydns “Missa in tempore belli”. Wenige Tage später ein brillantes Konzert mit zeitgenössischer Musik.

Die Leichtigkeit, mit der das Arditti Quartett die schwierigsten technischen Hürden der sich teilweise zum Rand des instrumental möglichen vortastenden Kompositionen bewältigte, war kaum zu glauben. Selbst bei extremen Geschwindigkeiten klappte das Zusammenspiel so reibungslos, als würden die diversen Instrumente von einem Musiker alleine gespielt.

Eine Entdeckung für mich: Conlon Nancarrow, dessen Streichquartett höchst abwechslungsreich und witzig zu hören war, ohne billige Kompromisse einzugehen.

Wiener Hofmusikkapelle (Mozart, Schubert, Haydn)

Sonntag, November 11th, 2001

Mozart: Litaniae Lauretanae, KV 195
Schubert: Intende voci, D 963
Haydn: Missa in tempore belli
Wiener Musikverein 11. November
Wiener Hofmusikkapelle
Solisten: Ruth Ziesak, Elisabeth von Magnus, Herbert Lippert, Christian Gerhaher
Dirigent: Sir Neville Marriner

Die Wiener Hofmusikkapelle setzt sich aus Mitgliedern der Wiener Philharmoniker, des Herrenchores der Staatsoper sowie ausgewählten Sängerknaben zusammen. Exakt diese Besetzung erforderte das heutige Programm im Musikverein.

Die Interpretation ließ erwartungsgemäß nichts zu wünschen übrig. Vor allem die beiden Chöre sangen mit erstaunlicher Präzision.

Georg Friedrich Haas: in vain [visible]

Samstag, November 10th, 2001

Wien Modern am 7.11. 2001 im Konzerthaus
Klangforum Wien

Metaphorisch ist gerne die Rede von Klangfarben. Georg Friedrich Haas hat in diesem Stück jenes Bild wörtlich genommen und eine visuelle Komponente vorgesehen, die von Katja Krusche konzeptuell umgesetzt wurde. Die Originalität der Lichtregie hielt sich allerdings in engen Grenzen und war relativ vorhersehbar.

Das Stück selbst erinnerte manchmal an ungebührlich aufgeregte minimal music (was nicht als Kompliment gemeint ist :-), die ab und zu an Kraft gewann, um jedoch schnell wieder nachzulassen. Das soll nicht heißen, das Stück sei klanglich uninteressant, nur hinterließ es bei mir keinen bleibenden Eindruck.

Addendum Jan. 2010: Für eine enthusiastische Eloge auf [in vain], siehe Bernhard Langs Bemerkungen [YouTube].