Archive for the ‘Literaturwissenschaft’ Category

Robert Musil – Die Edition für das 21. Jahrhundert

Samstag, September 4th, 2010

Unter den Autoren der Moderne zählt Robert Musil zu den größten editorischen Herausforderungen. Die jahrzehntelange Arbeit am unvollendeten Mann ohne Eigenschaften hinterließ ein gewaltiges Manuskriptkonvolut. Als wären viele tausend Blätter an Entwürfen nicht genug, muss man noch diverse Bearbeitungsstufen berücksichtigen - die Kapitelentwürfe sind nur die Spitze des Eisbergs. Zusätzlich gibt es Korrekturen, spätere ergänzende Notizblätter zu diesen Entwürfen und Musils Kommentare zu seinen Kommentaren.

Früher hätten es Germanisten mit einer historisch-kritischen Rekonstruktion versucht, die dann mit den anderen Klassiker-Ausgaben in den Bibliotheken der Germanistik-Institute verstaubt wäre. Das Klagenfurter Robert-Musil-Institut entschied sich für den moderneren Weg einer digitalen Edition. Bereits 1992 gab es einen ersten Anlauf auf CD-ROM, der sich allerdings aufgrund des hohen Preises und den schnell veralteten technischen Voraussetzungen nicht durchsetzen konnte.
Die Herausgeber sehen die neuen elektronischen Möglichkeiten als unverzichtbar für die zukünftige Editionswissenschaft an:

Das Medium Buch bringt diese Beziehungen in einfache (oder vereinfachte) lineare Relationen, womit dem Inhalt oft Gewalt angetan wird. Verweissysteme, die in Büchern verwendet werden, haben etwas von Notlösungen an sich und bilden komplexe Relationen immer nur unvollständig und unvollkommen ab. Erst in elektronischen Editionen können komplexe Relationen in Texten und zwischen Texten identisch, gleichsam synchron abgebildet werden.

Unterschieden werden für diese Ausgabe fünf Relationstypen: Verweise zwischen den Texten Musils, Verweise auf Visuelles (Faksimiles), Verweise auf andere Texte, Verweise auf den Kontext und Verweise auf Metainformationen aller Art. Die Kombination dieser Bezüge sowie die globale Suchfunktion macht die ungewöhnliche Reichhaltigkeit dieser Edition aus.

Sie enthält eine komplette Leseausgabe in 20 Bänden, die neben den literarischen Werken auch die Reden, die wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die Tagebuchhefte und die Korrespondenz umfasst.
Zum Lesetext gibt es einen Stellenkommentar, der sich auf Personennamen, Werktitel, Orte usw. beschränkt, und damit wichtige Fakten zum Kontext bietet, ohne die Grenze zur Interpretation zu überschreiten. Manchmal wird auch das historische oder biographische Umfeld zur Erläuterung herangezogen. Selbstverständlich fehlen ebenfalls umfangreiche Erläuterungen zur Ausgabe und deren Vorgeschichte nicht.

Zusätzlich enthält die DVD den gesamten digitalisierten Nachlass. Dabei handelt es sich um 56 Mappen in acht Gruppen. Es wurden alle Blätter als Faksimiles integriert und jedes Blatt wurde sorgfältig transkribiert. Damit schließt die Ausgabe an die unter Editionsphilologen in den letzten Jahren breit diskutierte Praxis an, die Manuskripte selbst zu publizieren - man denke etwa an die Frankfurter Kafka-Ausgabe des Stroemfeld Verlags. Erstmals hat damit die an Musil interessierte Leserschaft die Gelegenheit, sich selbst ein Bild über die Nachlass-Situation zu verschaffen. Zumal die Klagenfurter Ausgabe mit 149 Euro wohlfeil zu haben ist.
Man kann die Nachlass-Mappen in Ruhe zu Hause am Computer durchblättern, anstatt sich in der Wiener Nationalbibliothek um die entsprechende Genehmigung bemühen zu müssen. Druckte man das gesamte enthaltende Material wären dafür etwa 50.000 Seiten notwendig.

Walter Fanta war als Projektleiter der Kopf hinter der Klagenfurter Ausgabe. Er verbrachte unzählige Stunden mit dem Nachlass in der Nationalbibliothek und legte bereits eine Reihe von zum Teil sehr umfangreichen Publikationen zum Thema vor.

Die Editionsgeschichte geht fast bis zum Tode Musils zurück. Seine Gattin Martha Musil gab bereits 1943 einen dritten Band des Mann ohne Eigenschaften heraus mit ausgewählten Kapiteln des Nachlasses. Ganze tausend Exemplare wurden von dem Buch gedruckt. Knapp zehn Jahre danach nahm sich Adolf Frisé der Publikationsfrage an und prägte dann über Jahrzehnte hinweg die Edition der Musilschen Werke. 1952 erschien im Rowohlt Verlag die erste von ihm zusammengestellte Ausgabe des großen Romans. Die nachgelassenen Kapitel wurden dabei als quasi „natürliche“ Fortsetzung der veröffentlichten Teile verstanden. Die oben beschriebene Komplexität des Materials wurde von Frisé erst viel später erkannt. Die Bedeutung dieser Buchveröffentlichung lag denn vor allem darin, Musils Hauptwerk vor dem Vergessen zu bewahren.

Frisés Ziel war es, eine umfassende Ausgabe der Werke bei Rowohlt zu veröffentlichen. Ihm gelang dies schließlich in den Jahren 1976-1981. Diese Texte prägen bis heute maßgeblich die Musil-Rezeption, sind sie doch die einzigen gedruckten Editionen auf dem Buchmarkt. Im Beiheft der Klagenfurter Ausgabe wird zu Recht darauf hingewiesen, dass diese zweite Edition des Mann ohne Eigenschaften durch Frisé die textphilologischen Fehler seines ersten Versuches vermeidet. Durch den nicht erläuterten Status der entgegen der Chronologie angeordneten Nachlasstexte, sei aber der Ruf des Romans entstanden, niemand hätte ihn je zu Ende gelesen.

Deshalb entschied man sich jetzt bei der neuen Leseausgabe des Romans für eine Aufteilung in vier Bände. Während die ersten beiden Teile die autorisierte Druckfassung wiedergeben, konzentriert sich der dritte auf die Fortsetzung des Romans. Die zahlreichen Vorstufen, welche die Lesbarkeit der bisherigen Ausgaben so erschwerten, wurden in einen vierten Band ausgelagert.

Die Langwierigkeit eines solches Editionsprojekt bringt es mit sich, dass Entscheidungen für eine bestimmte Software unabsehbare Konsequenzen haben. Die Herausgeber entschieden sich für Folio Views, das die besten Verknüpfungsmöglichkeiten und die besten Suchfunktionen biete. Die Benutzerführung ist praktikabel und die Verweise funktionieren so, wie man das aus dem Web gewohnt ist. Die Oberfläche wirkt aber im Vergleich zu aktueller Software etwas antiquiert. Dürfte man einen Wunsch äußern, so wäre dies die Exportmöglichkeit in ein Format, das kompatibel mit Ebook-Lesegeräten ist (ePub oder PDF). Dann könnte man sich die Bände der Leseausgabe auf eines der neuen Geräte laden, die ein einigermaßen bequemes elektronisches Lesen erlauben.

Ab und an findet man kleine Fehler. So stößt man etwa in Über die Dummheit auf Seite 8 auf eine fehlerhafte Verlinkung. Aber die Herausgeber haben bereits regelmäßige Aktualisierungen ihrer Edition angekündigt, wo sich derartige Kleinigkeit leicht beheben lassen.

Trotz der Entwicklung hin zum elektronischen Lesen, bleibt für Musil-Freunde das wichtigste Desiderat: Die druckfertige elektronische Leseausgabe sollte von Rowohlt so schnell wie möglich in eine gute Buchausgabe verwandelt werden. Robert Musil war angesichts seines Ranges in den letzten Jahren viel zu wenig auf dem Buchmarkt präsent.

Robert Musil: Klagenfurter Ausgabe. Kommentierte digitale Edition sämtlicher Werke, Briefe und nachgelassener Schriften. Mit Transkriptionen und Faksimiles aller Handschriften. Herausgegeben von Walter Fanta, Klaus Amann und Karl Corino. Klagenfurt: Robert Musil-Institut der Universität Klagenfurt. DVD-Version 2009

Informationen und Bestellmöglichkeit:

Musil-Edition

[Rezension erscheint in Literatur und Kritik]

Über die Rolle des Schweinsbratens in der Literatur…

Samstag, Juli 17th, 2010

oder: Wie wichtig sind Details in Romanen?

Anlässlich unseres Twitter-Projekts im Theater Reichenau, entspann sich eine Diskussion, inwiefern die Korrektheit von Details für die Qualität von Literatur von Bedeutung sei. In 140-Zeichen-Tweets ließ sich diese Frage nicht ausdiskutieren, deshalb hier einige Gedanken dazu.

Über das Verhältnis von Fiktion und Realität wurden viele Bücher geschrieben. Neben viel Geschwurfel sind auch einige sehr instruktive darunter, nicht nur, aber vor allem von semiotischer und strukturalistischer Seite. Wie wichtig die Bodenhaftung von Literatur in der Wirklichkeit ist, hängt natürlich in erster Linie vom Genre ab. Viel Freiheit genießen hier Gattungen wie das Märchen oder Genres wie Fantasy. Ähnliches gilt für experimentelle Literaturformen aller Art. Hier können selbst logische “Grundgesetze” außer Kraft gesetzt werden, wie Harald Fricke in seinem vorzüglichen literaturtheoretischen Standardwerk Norm und Abweichung ausführlich demonstrierte.

Anders bei der Literatur, die man (etwas naiv) gerne als “realistisch” bezeichnet. Romane, welche man diesem Genre gerne zuschlägt, sind beispielsweise Gesellschafts- oder Zeitromane. Fontanes Effi Briest wäre ein prominentes Beispiel, Dickens Oliver Twist ein weiteres. Überhaupt kann man die meisten berühmten Romane des 19. Jahrhunderts in diese große Schublade packen. Die Erwartungshaltung der Leser ist bei diesen Büchern, dass sich der Autor an gewisse implizite Gesetzmäßigkeiten hält. Hätte Thomas Mann in einer seiner Erzählungen den Eiffelturm in München aufgestellt, hätten das seine Leser vermutlich nicht goutiert.

Wie funktioniert Literatur? Der Autor gibt seinem Leser semantische Markierungen mit auf den Weg, mit deren Hilfe sich der Leser seine fiktionale Welt zusammenbastelt. Das Ergebnis sieht je nach den kognitiven Voraussetzungen des Lesers unterschiedlich aus. Ein zeitgenössischer Thomas-Mann-Leser, der noch nie etwas von Paris gehört hätte, und auch München nicht gut kennt, würde sich durch einen Eiffelturm im Zentrum nicht gestört fühlen. Deshalb konstruiert man für solche Analysen besser eine Art “idealen Leser”, den man mit genügend Wissen ausstattet, damit eine hinreichend “mächtige” fiktionale Welt entstehen kann.

Auslöser unserer kleinen Debatte war der in Kehlmanns Ruhm in Zentralasien ständig servierte Schweinsbraten (siehe meine Rezension). Die meisten Leser Kehlmanns werden Zentralasien nicht kennen und dürften sich deshalb von dieser “falschen Wirklichkeit” nicht weiter gestört führen. Wer aber je diese Gegend bereiste, für den zerbröselt diese Fiktion, und er wird aus seinem realistischen Lesemodus heraus gerissen. In der Moderne übrigens ein durchaus gängiges narratives Verfahren.

Nun stellt sich spätestens hier die Frage: Ist Kehlmanns Ruhm “realistische” Literatur? Die Metafiktionalität spräche doch eigentlich gegen ein so “naives” Verständnis des Textes? Dieser Einwand greift aber zu kurz. Alle Geschichten des Romans setzen sich augenscheinlich intensiv mit der Gegenwart auseinander. Was hat der Autor nicht alles hinein gepackt: Aktive Sterbehilfe in der Schweiz, die Unerträglichkeit des Kulturinstitutstourismus, unsichere Fluglinien, Zwang zu unlogischen Flugbuchungen, inkompetente Call-Center-Angestellte, entführte Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Kulturkritik an schlechten Filmen durch Massenproduktion, korrupte afrikanische Minister, frustrierte Ex-Pats in Lateinamerika, indolente Beamte eines zentralasiatischen Staates, die Verseuchung des Buchmarkts mit esoterischen Publikationen…

Kurz: Der Roman ist vollgepackt mit praller “Wirklichkeit” und bezieht sein “oberflächliches” Funktionieren in erster Linie aus dieser Ebene. Der “ideale Leser” erwartet bei den meisten dieser Geschichten, dass die Fakten stimmen. Gegen Ende wird das zwar mit dem Unprofor-Fehler metafiktional aufgelöst, bei den anderen Geschichte ist diese Distanz aber semantisch “unterdeterminiert”. Es gibt zu wenige Signale selbst für den “idealen Leser”, dass ihm eine relativierende, antirealistische Lesart aufgedrängt würde.

Womit wir wieder beim fiktionalen Schweinsbraten angelangt wären. Die Wirkung der Geschichte beruht darauf, dass Maria in einem exotischen Land verloren geht. Ein emotionaler Effekt stellt sich für den Leser nur dann ein, wenn er in einem realistischen Erzählmodus liest. Läse er die Geschichte im metafiktionalen Modus, gäbe es keine Empathie für Maria. Die Geschichte würde nicht “funktionieren”. Der falsche Schweinsbraten zwingt einen wohl informierten Leser aus dem realistischen Lesemodus heraus und zerstört die literarische Wirkung ohne dass er einen ästhetischen Mehrwert dadurch hätte.

Who wrote Shakespeare?

Samstag, Juli 10th, 2010

Wer zum ersten Mal auf das neue Buch des James Shapiro mit dem Titel Contested Will: Who Wrote Shakespeare? stößt, könnte vermuten, es handele sich um einen weiteren Beitrag dieser abstrusen Debatte. Weit gefehlt! Shapiro schrieb ein Buch über die diversen grotesken Theorien um die Autorschaft dieses grandiosen Lebenswerks.

Stanley Wells schrieb für die New York Review of Books eine ausführliche Rezension:

Shapiro’s book is a brilliantly researched, highly readable, thoughtful, and wise contribution to the history of Shakespeare’s reputation. Anyone reading it ought to realize that the story that lies behind the anti-Stratfordian movement is one of irrationality and obsession, of a refusal to consider evidence in favor of conjecture, prejudice, snobbery, and a vain desire to create a stir. I wish I could believe that the arguments rationally and temperately rehearsed in Contested Will would do anything whatever to convert the disbelievers or to discourage potential converts. But I don’t.

Das Buch eben bestellt.

Literaturwissenschaft und Naturwissenschaften

Mittwoch, April 14th, 2010

Seit vielen Jahren gibt es einige Literaturwissenschaftler, die sich ernsthaft mit den Naturwissenschaften und deren Methoden auseinandersetzen. In meiner Dissertation versuchte ich, das Thema aufzuarbeiten. In den letzten Jahren nahm dieser Trend an Bedeutung zu wie dieser Artikel in der New York Times zeigt:

At a time when university literature departments are confronting painful budget cuts, a moribund job market and pointed scrutiny about the purpose and value of an education in the humanities, the cross-pollination of English and psychology is a providing a revitalizing lift.

Jonathan Gottschall, who has written extensively about using evolutionary theory to explain fiction, said “it’s a new moment of hope” in an era when everyone is talking about “the death of the humanities.” To Mr. Gottschall a scientific approach can rescue literature departments from the malaise that has embraced them over the last decade and a half. Zealous enthusiasm for the politically charged and frequently arcane theories that energized departments in the 1970s, ’80s and early ’90s — Marxism, structuralism, psychoanalysis — has faded. Since then a new generation of scholars have been casting about for The Next Big Thing.

The brain may be it. Getting to the root of people’s fascination with fiction and fantasy, Mr. Gottschall said, is like “mapping wonderland.”

Jean Paul

Montag, April 12th, 2010

Jean Pauls Roman Hesperus liegt nun in einer neuen historischen-kritischen Ausgabe vor. Thomas Meissner nahm das zum Anlass, in der FAZ einiges Interessante über das Buch zu schreiben.

André Thiele

Samstag, März 13th, 2010

Eine Welt in Scherben. Essays & Historien (VAT)

Dieser kleine Band aus einem kleinen Verlag ist ein Geheimtipp für alle Freunde des 18. Jahrhunderts. Die Essays behandeln überwiegend, wie man nach der Lektüre eigentlich sagen muß, zu Unrecht wenig bekannte Gestalten aus dieser Zeit.
Den Auftakt macht ein Portrait des Bauerndichters Hinrich Janssens, das eine Reihe von bemerkenswerten sozialgeschichtlichen Schlaglichtern auf die erste Hälfte seines Jahrhunderts wirft. Thieles Aufsätze sind exzellent recherchiert, stilistisch erfrischend geschrieben und an einigen Stellen mit treffenden Seitenhieben gegen die Schulgermanistik versehen.
Ebenso amüsant wie plausibel ist auch sein Eintreten für den gerne als Schulmeister verpönten Johann Christoph Gottsched. Wer sich für derlei Dinge interessiert, wird an dem Büchlein seine helle Freude haben.

Musil: Klagenfurter Ausgabe

Sonntag, Februar 28th, 2010

Die NZZ hat dieser neuen Edition eine schöne Rezension gewidmet. Ich werde sie auch ausführlich besprechen.

Der neue Kindler

Samstag, Januar 30th, 2010

Roman Bucheli hat sich für die NZZ die Neuauflage von Kindlers Literaturlexikon angesehen. Er bewertet das Großprojekt in seiner Rezension als eine “verlegerische, editorische und wissenschaftliche Grosstat”.

Literatur der Frühen Neuzeit

Donnerstag, Januar 21st, 2010

Die deutschsprachige Literatur zwischen 1500 und 1700 wird heute fast nur noch von Germanisten gelesen. Das ist schade, da die frühneuhochdeutschen Prosaromane wie Fortunatus nicht unamüsant sind.

Kai Bremer hat nun eine neue Einführung geschrieben, die zumindest nach dieser Rezension “überzeugend” ist.

Thomas Bernhard und Siegfried Unseld

Sonntag, Januar 17th, 2010

Briefwechsel (Suhrkamp)

Thomas Bernhard: Meine Preise (Suhrkamp)

Erika Schmied; Wieland Schmied: Thomas Bernhard. Leben und Werk in Bildern und Texten. Salzburg: Residenz Verlag

Manfred Mittermayer / Martin Huber (Hrsg.): Thomas Bernhard und das Theater (Christian Brandstätter Verlag)

Briefwechsel sind für Leser wie Literaturwissenschaftler eine willkommene Quelle, um einen Autor besser kennenzulernen. Für Biographen sind sie neben Zeitzeugenberichten eine unverzichtbare Fundgrube. Der nun vorliegende Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld wird also auf großes Interesse stoßen. Wer sich Enthüllungen größeren Umfanges erwartet, wird enttäuscht sein. Natürlich lernt man neue Seiten des Thomas Bernhard kennen, aber man darf bei der Lektüre nie aus dem Auge verlieren: Beide Briefeschreiber waren sich bewusst, dass ihre Korrespondenz einmal eine breitere Leserschaft finden wird. Unseld schrieb schon 1968 an seinen Autor: „Ich stelle mir vor, was künftige Adepten des Studiums von Literatur- und Verlagsgeschichte bei der Lektüre unseres Briefwechsels sagen werden.“ Man liest also keine private (Geschäfts-)Korrespondenz, sondern darf sich getrost zur Nachwelt zählen, für die diese Briefe auch geschrieben wurden.

Der knapp 900 Seiten umfassende Band enthält 524 Briefe. Den Auftakt macht Thomas Bernhard am 22. Oktober 1961, als er einem bisher nicht veröffentlichten Prosamanuskript einen Brief an Siegfried Unseld persönlich nachschickt. „Ich kenne Sie nicht, nur ein paar Leute, die Sie kennen. Aber ich gehe den Alleingang“. Der letzte Brief vom 25. November 1988 ist bitter: „[…] wenn Sie, wie Ihr Telegramm lautet, „nicht mehr können“, dann streichen Sie mich aus Ihrem Gedächtnis. Ich war sicher einer der unkompliziertesten Autoren, die Sie jemals gehabt haben.“ Wie kompliziert das Verhältnis zwischen Bernhard und Unseld in Wirklichkeit war, ist in diesem Band glänzend dokumentiert.

Der Schwerpunkt der Korrespondenz liegt auf Geschäftlichem. Leitmotivisch ziehen sich Bernhards Forderungen nach Krediten und Honoraren durch viele Briefe. Er war mit seinen Ansprüchen nicht zimperlich, und man muss es Siegfried Unseld hoch anrechnen, dass er keine Mühen scheute, Bernhard für den Suhrkamp Verlag zu halten. Der Verleger sah von Anfang an, dass Bernhard das Potenzial hatte, einer der wichtigsten und unverwechselbarsten Gegenwartsautoren zu werden.
Ein weiteres Dauerkonfliktthema, das auch den Streit kurz vor Bernhards Tod ausgelöst hatte, war die Veröffentlichung der autobiographischen Schriften im Residenz Verlag. Bernhard verstieß damit mehrmals gegen explizite Abmachungen mit dem Suhrkamp Verlag und setzte diese Seitensprünge gezielt als Druckmittel ein. Er hielt auch immer wieder Manuskripte so lange zurück, bis finanzielle Forderungen zu seiner Zufriedenheit beglichen wurden. In den späten siebziger und achtziger Jahren entspannte sich Bernhards ökonomische Lage speziell durch den Erfolg seiner Theaterstücke.

Unseld spielte den rationalen Part in der Beziehung. Wie vielschichtig die Verhältnisse zwischen Autor und Verleger sein konnten, wusste Unseld nicht nur aus eigener Erfahrung. Er hatte sich auch literaturgeschichtlich mit diesem Thema beschäftigt und legte 1991 die Monographie „Goethe und seine Verleger“ vor. Unseld erkannte schnell, dass er Bernhard als den Ausnahmeautor behandeln musste, als der sich Bernhard selbst sah. Ohne regelmäßige finanzielle Zugeständnisse wäre die Beziehung zum Suhrkamp Verlag nicht aufrecht zu erhalten gewesen. Das Konfliktritual lief immer ähnlich ab: Bernhard stellt rhetorisch brillant eine ultimative Forderung finanzieller oder verlegerischer Natur. Unseld versucht brieflich oder telefonisch zu kalmieren. Es kommt zu einem persönlichen Treffen, und sei es am Frankfurter Flughafen, wo Bernhard auf einen Weiterflug wartet. Unseld übergibt den verlangten Geldbetrag, oft große Summen, in bar. Bernhard revanchiert sich mit einem Manuskript. Unseld hält nach dem Treffen brieflich die oft komplizierten finanziellen Vereinbarungen noch einmal fest. Für einige Zeit hält die neue Harmonie an, bis der nächste Streit vom Zaun bricht.

Es wäre aber ein Fehler, Bernhards finanzielle Hartnäckigkeit auf den schnöden Mammon zu reduzieren. Richtig ist zwar, dass der Autor Kostspieliges wie Immobilien, Autos und Reisen schätzte. Das Hauptmotiv für seine Geldforderungen dürfte aber der Wunsch nach dauerhafter Absicherung seiner schriftstellerischen Autonomie gewesen sein. Wie existenziell wichtig ihm seine Arbeit war, ist an vielen Stellen evident.

Die Edition der Briefe ist vorbildlich. Die Anmerkungen sind direkt unter dem jeweiligen Brief abgedruckt, was mühsames Blättern überflüssig macht. Ergänzt werden sie durch umfangreiche Berichte des Siegfried Unseld. Er führte Aufzeichnungen über seine Zusammenkünfte mit Autoren und schrieb Reiseberichte. Diese Einschübe informieren den Leser ausführlich über die vielen Treffen mit Bernhard sowie über die Theaterpremieren seiner Stücke und sind damit ein wichtiger Teil dieser Edition. Unseld kann in ihnen sehr direkt sein: „Es ist ja immer dasselbe: er ist rücksichtslos, erpresserisch und erhebt das auch zu einer künstlerischen Ideologie. Und diese wird jedes Mal schlimmer werden.“ (März 1975)
Die Briefe Unselds enthalten immer wieder aufschlussreiche Informationen über den Suhrkamp Verlag. So schreibt er beispielsweise am 15. Juli 1968 als Trost an Bernhard, dass sich von Becketts „Molly“ seit 1954 nur 2.554 Stück verkauft hätten. Die Botschaft zwischen den Zeilen: Wer gute Literatur schreibt, sollte keine Bestseller-Verkäufe erwarten.

Klopft man die Briefe auf literarisch-ästhetische Einblicke ab, wird man kaum fündig. Bernhard schreibt so gut wie nie über das Spezifische seiner Kunst. Er setzt sein literarisches Genie voraus und formuliert das mit der arroganten Selbstsicherheit einer seiner fiktiven Geistesmenschen. Auf andere Autoren des Suhrkamp Verlags wie Peter Handke oder Martin Walser reagiert er eifersüchtig. So schreibt er über Walsers „Brandung“:
„Die Schamlosigkeit, mit der Sie dieses schauerliche Walserbuch in die Höhe gestemmt haben, ist absolut geschmacklos und auf die verlegerische Zukunft bezogen, deprimierend!“ (26.11. 1985)
Für „Alte Meister“ dagegen hätte der Verlag kaum etwas getan. Der Vorwurf an Unseld, der Verlag vernachlässige seine Bücher in unerhörter Weise, wiederholt sich regelmäßig. Unseld reagiert dann mit langen Aufzählungen, was man konkret für einzelne Titel unternommen hätte.

Wenn der Briefwechsel aber eines veranschaulicht, ist es Bernhards Perfektionsanspruch bezüglich seiner Werke. Bei Schlampereien in der Produktion wird er fuchsteufelswild. Er besteht auf seine eigenwillige Interpunktion, die alleine der Musikalität seines Stils untergeordnet ist und die Regeln des Duden oft ignoriert. Er mischt sich oft gegen den beschwörenden Rat seines Verlegers in die Publikationstermine seiner Bücher ein. So sollten etwa auf keinen Fall zu viele Bücher in kurzem Abstand erscheinen. Er besteht gegen das wiederholte Flehen seines Verlegers auf den Romantitel „Verstörung“. Unseld prophezeit deshalb schlechte Verkäufe, behält Recht, und muss sich dann von Bernhard böse Worte über die schlechten Absatzzahlen anhören.
Derartigen verlagslogistischen Angelegenheiten sind neben den finanziellen Dingen ein großer Teil der Korrespondenz gewidmet. Später ergänzt durch Diskussionen, inwiefern manche seiner boshaftesten Stellen juristische Konsequenzen haben könnten. Breiten Raum nimmt ebenfalls die Theaterpraxis ein. Bernhard pochte auf sein Mitspracherecht, welche Häuser die Rechte für seine Stücke bekommen sollten.

Nun sollte aber keinesfalls der Eindruck entstehen, der Band sei langweilige Geschäftskorrespondenz. Er ist ein Lesevergnügen ersten Ranges! Bernhards Briefe passen stilistisch zu seiner Literatur: Es sind kleine Sprachkunstwerke angereichert mit Tiraden, Boshaftigkeiten und komischen Apercus. Die Entwicklung der konfliktreichen Freundschaft zwischen Autor und Verleger trägt ebenfalls zu einer spannenden Lektüre bei.

Dieser Briefwechsel ist sicher die wichtigste Publikation zu Thomas Bernhard seit längerer Zeit. Es gab aber noch weitere aufschlussreiche Veröffentlichungen. „Meine Preise“ wurde aus dem Nachlass herausgegeben und enthält Bernhards Berichte und Reflexionen über das deutschsprachige Literaturpreistheater. Wie sehr er diese Anlässe gehasst hat, ist ebenso bekannt wie die Skandale, die einige von ihnen auslösten. Die 1980 von Bernhard fertiggestellten Texte gehören nicht zum Besten, was er geschrieben hat. Ihnen fehlt immer wieder die Schärfe und Brillanz, die man als Bernhard-Leser erwartet. Man kann seine Entscheidung nachvollziehen, sie nicht zu veröffentlichen. Ein großer Pluspunkt ist die schonungslose Selbstanalyse des Autors: „Aber ich war doch die ganzen Jahre, in welchen noch Preise auf mich zukamen, zu schwach, um nein zu sagen. Hier hat, so dachte ich immer, mein Charakter ein großes Leck (…) Ich haßte die Zeremonien, aber ich machte sie mit, ich haßte die Preisgeber, aber ich nahm ihre Geldsummen an.“ (S. 100f.).

Eine exzellente Ergänzung zum Briefwechsel ist die opulente Bildbiographie des Residenz Verlags. Die Fotografin Erika Schmied und der Kunsthistoriker Wieland Schmied stellten den Band zusammen. Beide waren mehr als 20 Jahre mit Thomas Bernhard befreundet. Die Fotos und Texte widmen sich den Schauplätzen der Kindheit und Jugend, seinem Leben in Oberösterreich sowie den Orten in Bernhards Prosa. Die Bilder zeigen oft einen „anderen“ Bernhard, wenn er sich beispielsweise lachend auf dem Kirtag in Laakirchen Schuhe kauft.

Erwähnenswert ist schließlich der Katalog zur Ausstellung im Wiener Theatermuseum „Thomas Bernhard und das Theater“. Herausgegeben von Manfred Mittermayer und Martin Huber, zwei ausgewiesenen Bernhard-Kennern, dokumentiert der Band das Theaterschaffen des Autors. Nach zwei einleitenden Beiträgen der Herausgeber über Bernhards Verhältnis zu Salzburg (und den Festspielen) sowie zum Burgtheater folgen eine Reihe informativer Artikel über diverse Teilaspekte seiner Stücke. Es kommen auch Theaterpraktiker ausführlich zu Wort, von Claus Peymann über Bernhard Minetti zu Gerhard Voss. Eine ausführliche, kommentierte Chronologie aller Stück schließt den Band ab.

[erscheint in Literatur und Kritik]

Marcel Proust Enzyklopädie

Sonntag, Dezember 13th, 2009

Kürzlich ist ein dickes Handbuch rund um Marcel Proust erschienen, auf das an dieser Stelle natürlich hingewiesen werden muss. Es gibt bereits eine Rezension in der FAZ.

The Art of Reading

Montag, November 23rd, 2009

So lautet der Titel eines neuen Kurses der Teaching Company. An bibliomanen Themen naturgemäß interessiert, hörte ich die 12h in den letzten beiden Wochen an. Mein Urteil ist zwiespältig. Wenn jemand gut Englisch kann und sich bisher kaum mit Fragen wie Erzählperspektive, Charaktere, Metafiktionalität etc. beschäftigte, bietet Prof. Timothy Spurgin einen passablen Einstieg an. Zwar hätte ich mir mehr formale Wissensvermittlung und weniger angewandte Hermeneutik gewünscht, aber das muss man wohl in Kauf nehmen.

Teaching Company / Literaturkurse

Samstag, November 14th, 2009

Es ist bekannt, dass ich ein großer (großer!) Freund der Teaching Company bin. Ich erinnere an meine entsprechende Empfehlung.

Leider (leider!) sind die Literaturkurse dort fast durch die Bank schlecht. Bisher habe ich mehrere Anläufe gemacht und war jedes Mal sehr enttäuscht. Jüngstes Beispiel ist Classic Novels: Meeting the Challenge of Great Literature von Prof. Arnold Weinstein. Es handelt sich bei jedem Roman um eine hermeneutische Nacherzählung des Inhalts samt diversen Assoziationen dazu. “Hermeneutik” ist dafür wohl schon zu hoch gegriffen. Das war auch bei Books That Have Made History: Books That Can Change Your Life nicht anders.

Meiner Empfehlung muss ich also eine Warnung nachreichen. Diese bezieht sich aber ausschließlich auf die Kurse über Bücher.

Hugh Barr Nisbet

Samstag, Oktober 3rd, 2009

Lessing. Eine Biographie (C.H. Beck)

Über ein halbes Jahr hatte ich dieses monströse Buch “in Arbeit”, ist es doch eine der umfangreichsten Klassiker-Biographien, die seit längerer Zeit erschienen sind. Hugh Barr Nisbet, Literaturwissenschaftler aus Cambridge, hatte wohl den Ehrgeiz die Lessing-Biographie unserer Zeit zu schreiben: mehr als 1000 Seiten ist das schwergewichtige Ergebnis.

Ich schließe mich der überwiegenden Mehrzahl der Rezensenten an und bin von Nisbets Buch beeindruckt. Ein Werk von klassischer Gelehrsamkeit, das zwei naheliegende Fehler des Genres vermeidet: Jargon und Hermetik. Zwar ist Nisbet kein außergewöhnlicher Stilist, legt aber einen ausgezeichnet lesbaren Text vor. Seine Lebensbeschreibung ist auf dem Stand der aktuellen Forschung. Er vermeidet das psychologische Wühlen in Lessings Unterwäsche und schafft eine vorbildliche Gradwanderung zwischen Kritik gegenüber seinem Gegenstand und Verteidigung gegen dessen Gegner, wo diese wirklich angebracht ist.

Seine Werkbeschreibungen referieren die wichtigsten Thesen der Forschungen, die dann entweder gestützt oder mit guten, text- und kontextnahen Argumenten hinterfragt werden. Ausgangspunkt jeder Werksbeschreibung ist eine ausführliche Entstehungsgeschichte des jeweiligen Textes. Nisbet hebt Lessing auf kein Podest, weist im Gegenteil immer wieder nach, wie wenig “originell” viele von Lessings Theorien waren, und das ein wesentlicher Teil seiner Leistung in der Synthese diverser Quellen, in der Schaffung von überraschenden intellektuellen Bezügen und natürlich in seiner brillanten Sprachbeherrschung bestand.

Ausführlich wird Lessings Umfeld beschrieben, sei es der historische, sei es der geistesgeschichtliche Kontext. Auch die Biographien von Freunden und Zeitgenossen vernachlässigt Nisbet nicht. Arbeitet man sich durch diesen Buchziegel, bekommt man en passant eine Einführung in diverse Aspekte des 18. Jahrhunderts mitgeliefert (Literatur- und Theatergeschichte, Aufklärung etc.).

Abschließend noch eine hübsche Anekdote über Lessing den Briefeschreiber:

Als Büsch ihn einmal am Neujahrstag aufsuchte, war Lessing gerade damit beschäftigt, einen großen Haufen Briefe durchzusehen, von denen er einen oder zwei aufhob, bei weitem die meisten anderen aber auf den Fußboden warf. Was er da tue, fragte ihn Büsch, “ich beantworte meine Briefe vom vorigen Jahre”, sagte Lessing, raffte sie zusammen und warf sie in den Ofen. [S. 493]

Der neue Kindler

Sonntag, September 20th, 2009

In Zeiten der untergehenden Großlexika wagt es der Metzler Verlag eine Neuauflage des Kindler Literaturlexikons auf den Markt zu bringen. 1950 Euro bis Ende des Jahres. Absurderweise kostet die Online-Ausgabe nicht weniger.

Volker Weidermann schrieb für die FAZ eine ausführliche Rezension.

Goethes frühe Jahre

Sonntag, August 30th, 2009

Glaubt man den ersten Rezensionen wäre Manfred Zittels neues Buch die Lektüre wert: Erste Lieb’ und Freundschaft. Goethes Leipziger Jahre.

Goethes Finanzen

Samstag, August 22nd, 2009

Mit Goethes Finanzen beschäftigt sich Jochen Klauß in einer neuen Studie. Perlentaucher vermeldet erste Rezensionen.

Literaturwissenschaftliche Arbeitstechniken

Donnerstag, August 6th, 2009

Es gibt eine Reihe von Einführungen in die Literaturwissenschaft auf dem Buchmarkt. Eine weitere legt nun Walter Delabar vor: Literaturwissenschaftliche Arbeitstechniken. Eine Einführung. Eine kurze Notiz darüber sei ebenfalls erwähnt.

Helmuth Nürnberger

Sonntag, Juli 26th, 2009

Joseph Roth (rororo monographie)

Unter den lieferbaren rororo monographien finden sich welche mit mehreren Jahrzehnten auf dem Buckel. So auch das Büchlein Nürnbergers über Joseph Roth, das erstmals 1981 erschien. Immerhin wurde es anläßlich der Neuausgabe 2002 um ein Nachwort Nürnbergers ergänzt, das kurz einige neuere Entwicklungen der Forschung beschreibt.

Die Monographie ist sehr informativ und aufgrund der unprätentiösen Schreibweise Nürnbergers auch sehr lesenswert. Er merkt an einer Stelle an, dass er sich zu diversen privaten Problemen Roths nicht äußert, da der Platz nur für eine oberflächliche Behandlung ausreichte. So konzentriert er sich auf das Werk und den kulturgeschichtlichen Kontext, ohne freilich Roths Alkoholprobleme und andere Schrullen völlig zu verschweigen.

Nürnberger findet in seiner Darstellung die richtige Balance zwischen Kritik an den - sagen wir schrägeren - Ansichten in den dreißiger Jahren und deren Erläuterung aus dem biographischen Erlebnissen. Die Beschreibung der Veröffentlichungen Roths könnte ab und an ausführlicher sein. Wer an einer kleinen, kompetenten Einführung in Roths Leben und Werk interessiert ist, liegt mit diesem Buch sicher richtig.

Christoph Martin Wieland historisch-kritisch

Samstag, Juli 25th, 2009

Mark-Georg Dehrmann setzt sich in einem Artikel für Literaturkritik.de ausführlich mit der historisch-kritischen Wieland-Ausgabe auseinander.