Archive for the ‘Skeptizismus’ Category

Bart Ehrman

Montag, August 30th, 2010

God’s Problem. How the Bible Fails to Answer Our Most Important Question - Why We Suffer (HarperOne)

Über Bart Ehrman schrieb ich an dieser Stelle schon öfters, ist er doch einer der lesenswertesten Relgionskritiker und Bibelwissenschaftler (im richtigen Sinn des Wortes). In God’s Problem nimmt er sich des in der Tat größten Problems an, das nicht nur die christliche Religion dem denkenden Menschen stellt: Wie passt das monotheistische Gottesverständnis mit dem Leiden auf der Welt zusammen? Die Theodizee steht also im Mittelpunkt.

Ehrman beleuchtet das Problem und die traditionellen Erklärungen aus vielen Perspektiven. Er beschäftigt sich besonders ausführlich mit den diversen Rechtfertigungsversuchen des Leidens im Alten und Neuen Testament. Davon gibt es eine ganze Reihe und für den Bibelfesten ist es keine Überraschung, dass diese widersprüchlich sind. Nebenbei ist das Buch auch eine Art Weltanschauungs-Biographie, da Ehrman keinen Hehl daraus macht, dass es nicht zuletzt das Theodizeeproblem war, das ihn vom Glauben abbrachte. Zusätzlich zu seiner in anderen Büchern ausführlich dokumentierten Beschäftigung mit der Entstehungsgeschichte des Neuen Testaments.

Wer sich für Religionskritik interessiert und nachlesen will, wie klassische theologische Erklärungen hier ins Leere laufen, der wird God’s Problem mit Gewinn lesen.

Klimawandel

Mittwoch, August 4th, 2010

Als Skeptiker verfolgt man die Klimawandel-Debatte insofern aufmerksam als man nicht einer Hysterie aufsitzen will, die so gerne von den Medien geschürt wird. Nicholas Stern scheint mir aber gute Argumente bei der Hand zu haben, warum man politisches Handeln in dieser Frage nicht mehr auf die lange Bank schieben soll:

At the same time, we must recognize that predictions must be in terms of risks, uncertainties, and probabilities. There is uncertainty about future emissions, about the possibilities of absorption of greenhouse gases by the land, forests, and oceans, about the magnitude of warming from changes in greenhouse gas levels, and about the effects on local climates around the world. The issue for policy is how to manage risk, taking account of strong scientific evidence that the risks are potentially very large. These are not small probabilities of something nasty, but large probabilities of something catastrophic.

To deny the urgency of strong action in the face of all the evidence is unscientific, irrational, and dangerous. It is unscientific because it dismisses sound science and evidence built over a long period. It is irrational because such denial would require more than just querying some aspects of the science. It would require great confidence both that the scientific findings are wrong and that the risks are small, since the consequences of being mistaken in assuming that the science is right or that it is wrong would be very different.

Acting as if the scientific evidence were wrong would lead us to concentrations of carbon dioxide carrying immense risks if the science were right. Acting as if the scientific findings were right might lead us to excessive investment in developing low-carbon technologies and protecting forests if the findings turned out to be wrong; but these actions are nevertheless likely to have very substantial other benefits in energy security, energy efficiency, biodiversity, and so on. Finally, denying the urgency of strong action is dangerous because the process by which emissions become concentrated has a ratchet effect, and delay in action results in higher concentrations and a more difficult “starting point.”

There is much more scientific work to do, and many uncertainties are likely to remain, but the evidence is overwhelming that the risks are large and that delay will be dangerous. The weight of this theory and evidence is no doubt why those who deny that greenhouse gases cause climate change have to resort to tactics similar to those used a few decades ago to dispute the impact of smoking on health. One such tactic is to find one or two weak or erroneous scientific papers among the many thousands of good ones and use them as an implied smear on all the rest. Another is to make use of the irrational argument that the remaining uncertainties imply that the best hypothesis is to assume that the risks are negligible. Another is to try to deliberately confuse trends and cycles. There will be cycles and random events but the underlying trend is strong. And as in the case of smoking, there are powerful vested interests ready to fund the sowing of the seeds of doubt.

(Quelle: New York Review of Books No. 11/2010)

Neulich im MUMOK

Montag, August 2nd, 2010

The Moderns: Revolutions in Art and Science 1890-1935 (bis 23.1.)
Brigitte Kowanz: Now I see (bis 3.10.)

Man sollte meinen, in einer Kulturstadt wie Wien wäre hinlänglich Kompetenz vorhanden, um den Bezügen zwischen Naturwissenschaften und der modernen Kunst nachzugehen. Weit gefehlt! Die Ausstellung The Moderns strotzt vor Oberflächlichkeiten und Halbwahrheiten. Selbst Falschheiten findet man, etwa wenn auf einer Texttafel zu Einsteins spezieller Relativitätstheorie schnurstracks zu seiner berühmten Formel übergegangen wird. Die paar Zeilen zu Nietzsche sind zur Hälfte mit Biographischem gefüllt, als ob inzwischen nicht das letzte Schulkind wüßte, dass der Arme am Ende dem Wahnsinn verfallen ist. Man hätte die wenigen Zeilen vielleicht besser mit geistesgeschichtlicher Substanz angereichert, die über einige Schlagwörter hinausgehen.

Man könnte nun einwenden, ein so ambitioniertes Projekt könne ja nur an der Oberfläche kratzen. Man hätte aber zumindest an einigen Stellen exemplarisch in die Tiefe gehen können. Was man wissenschaftsgeschichtlich über die moderne Physik kolportiert, wird wissenschaftstheoretisch nicht reflektiert. Es wird jeweils die banalste Interpretationsmöglichkeit verwendet, also gedankliche Kurzschlüsse wie: Quantenphysik - Unschärfe - Beobachter - Abschied von der wissenschaftlichen Objektivität. Als ob es den handelnden Personen nicht um eine Beschreibung der Wirklichkeit gegangen wäre und als ob man Naturwissenschaften betreiben könnte, ohne das Ideal der Wahrheit im Hinterkopf zu behalten. Bücherregale zu diesem Thema wurden vollgeschrieben, aber offenbar von den Kuratoren nicht einmal angelesen.

Die den diversen wissenschaftlichen Themen wie “Energie” zugeordneten und ausgestellten Kunstwerke sind entweder mehr oder weniger willkürlich verteilt oder auch fragwürdig zugeordnet, etwa wenn man neue Raumkonzepte mit kubistischen Gemälden illustriert. Deren Formen ja meist mit euklidischer Geometrie gut beschreibbar wären und deren Zweidimensionalität in diesem Zusammenhang auch deplatziert ist.

Übrig bleiben die sehenswerten ausgestellten alten wissenschaftlichen Gerätschaften und die Kunstwerke, die auch ohne dem konzeptuellen Rahmen einen Besuch lohnen. Bedauerlich, dass eines der bekannteren Wiener Museen hier nicht zu mehr intellektuellem Niveau in der Lage war.

Die Lichtinstallationen der Brigitte Kowanz auf der anderen Seite sind sehr sehenswert. Ihr Ansatz ist originell, mit den Mitteln des Lichts auch semantische Fragestellungen zu reflektieren und Bezüge zur konkreten Poesie herzustellen. Gleichzeitig setzt sie ihr Konzept sehr ansprechend um, da die meisten ihrer Arbeiten das Prädikat “schön” im wörtlichen Sinn verdienen. Eine intelligente Augenweide.

“Astrologie ist Unsinn”

Sonntag, Juli 18th, 2010

So betitelt Astronom Florian Freistetter seinen lesenswerten Artikel über einen der größten Aberglauben unserer Zeit. Wer sich für Naturwissenschaften interessiert, sollte seine Beiträge regelmäßig lesen.

Apple zensiert James Joyces’ “Ulysses”

Sonntag, Juni 13th, 2010

Es ist seit längerer Zeit kein Geheimnis mehr, dass Apple in seinem App Store mit rigider Hand Zensur ausübt. Betroffen sind davon nicht nur nackte Brüste, die bekanntlich in Amerika im Gegensatz zu Gewalt aller Art als großes moralisches Übel gelten. Auch Religionskritik oder politische Karikatur wurde verboten. Einen Überblick hat die n-tv Onlineredaktion zusammengestellt.

Jetzt ist davon auch die Web-Comic-Adaption eines der besten je geschriebenen Bücher betroffen, was hier nachzulesen ist. Höchste Zeit für alle Leser, sich von den Produkten dieses Konzerns zu verabschieden.

Früher war alles besser?

Sonntag, Juni 13th, 2010

Die Leser alter Bücher wissen, dass seit der Antike die Alten den Jungen ausrichten, früher sei doch alles viel besser gewesen. Eine sehr lesenswerte Reflexion dieses Themas findet sich bereits in Castigliones Book of the Courtier (1528):

I have many times asked myself, not without wonder, the source of a certain error which, since it is committed by all the old without exception, can be believed to be proper and natural to man: namely, that they nearly all praise the past and blame the present, revile our actions and behaviour and everything which they themselves did not do when they were young, and affirm, too, that every good custom and way of life, every virtue and, in short, all things imaginable are always going from bad to worse.
And truly it seams against all reason and a cause for asthonishment that maturity of age, which, with its long experience, in all other respects usually perfects a man’s judgement, in this matter corrupts it so much that he does not realize that, if the world were always growing worse and if the fathers were generally better than their sons, we would long since have become so rotten that no further deterioration would be possible.

[S. 107]

Neues aus dem katholischen Religionswesen

Samstag, März 6th, 2010

Kirche mahnt Blogger ab (!)
Callboys im Vatikan
Regensburger Domspatzen durch Missbrauch traumatisiert
100 Kinder im Kloster Ettal gequält
Missbrauch im katholischen Elitegymnasium

etc. etc. etc.

Joel and Ethan Coen: A Serious Man

Sonntag, Februar 7th, 2010

Filmcasino 24.1.

Mit ihrem neuen Film ist in den beiden Brüdern ein beachtlicher Wurf gelungen. Im Mittelpunkt steht der junge jüdische Physikprofessor Larry Gopnik, dessen Leben aus mehreren Gründen in die Krise gerät. Nicht nur will ihn seine Gattin verlassen, ein Student versucht ihn außerdem für eine gute Note zu bestechen. Die Karriere ist gefährdet. Sein exzentrischer Bruder Arthur ist bei ihm eingezogen und macht die Situation noch komplizierter.

Im Mittelpunkt steht allerdings die (autobiographische?) Auseinandersetzung mit dem jüdischen Milieu und vor allem der jüdischen Religion. Das wird schon zu Beginn klar: Der Film eröffnet mit einer komplett in Jiddisch gehalten Szene in einem Shtetl in der irrationale Kompenenten im Weltbild seiner Vorfahren in Szene gesetzt werden. Larry Gopnik sucht im Laufe seiner Lebenskatastrophe Rat bei diversen Rabbis, was zu einer ebenso komischen wie bitterbösen Abrechnung mit diesem Religionstheater gerät.

Die Schauspieler sind grandios gewählt und konfrontieren den Zuseher mit furiosen Skurilitäten. Der beste Film der Brüder seit vielen Jahren und eine uneingeschränkte Empfehlung.

Menschenopfer gestern und heute

Donnerstag, Januar 7th, 2010

Zufällig stieß ich heute auf zwei Geschichten, die einen weiten historischen Bogen zu einem Thema spannen, das unsere Säugetierart nicht von von ihrer besten Seite zeigt. In der aktuellen Ausgabe von National Geographic (January 2010) ist ein lesenswerter Artikel über Ahnenverehrung und die Begräbnissitten in China. Titel Restless Spirits, leider nicht online verfügbar. Darin heißt es über die religiös motivierten Menschenoper zur Shang-Zeit (1600-1045):

An archaeologist once told me that he counted 60 different ways a person could be killed during a Shang ceremony.

Eine beeindruckende Fantasie beim Töten von Menschen! Zum empörten Naserümpfen besteht aber kein Anlass. In Afrika werden aufgrund eines weit verbreiteten Hexenaberglaubens ebenfalls viele Mitmenschen gewaltsam ins Jenseits befördert. Das war heute bei der BBC im Beitrag Witch-doctors reveal extent of child sacrifice in Uganda nachzulesen:

“They capture other people’s children. They bring the heart and the blood directly here to take to the spirits… They bring them in small tins and they place these objects under the tree from which the voices of the spirits are coming,” he said.
Asked how often clients brought blood and body parts, the witch-doctor said they came “on average three times a week - with all that the spirits demand from them.”

So viel an dieser Stelle zur menschlichen Lernkurve.

John Gray

Sonntag, Dezember 27th, 2009

Black Mass. Apocalyptic Religion and the Death of Utopia (Penguin)
(Deutsche Ausgabe)

Als “Professor for European Thought” an der London School of Economics ist John Gray natürlich ein Kenner der Geistesgeschichte. Diese Kenntnisse von der Antike bis zur Gegenwart führt er ins Feld, um die These seines neuen Buches zu belegen: Selbst scheinbar säkulare Theorien und Weltanschauungen seien in Wahrheit tief vom Christentum und speziell von den apokalyptischen Elementen dieser Religion geprägt. Diese Prägung sei schuld an fast allen politischen Katastrophen der Moderne.

Das klingt vergleichsweise krude. Gray schafft es jedoch eine plausible Indizienkette zu erstellen. Sein berechtigter Ausgangspunkt: Das Christentum führt erstmals in der Geistesgeschichte die Idee ein, es gäbe einen zielgesteuerten Fortschritt in der menschlichen Geschichte (Teleologie), ein Gedanke, der den antiken Philosophen fern lag. Diese Idee des Fortschritts führte zur Entstehung des utopischen Denkens in diversen Ausprägungen. Gray zählt auch die Aufklärung dazu. Unter “Utopie” versteht Gray eine Zukunftsvorstellung, welche aufgrund unrealistischer und überzogener Erwartungen an die Natur des Menschen unmöglich in die Praxis umzusetzen ist:

Aristotle and Aquinas held to a teleological view of the world that modern science has rendered obsolete. Each viewed the cosmos as a system in which everything has a purpose. Since Darwin, this view of the natural world has ceased to be available. Nature is ruled by chance and necessity, and natural laws are regularities rather than prescriptions for the good life. If there is a realm of value behind beyond the physical world it cannot be reached by human reason.
(186)

Nimmt man noch die seit der Französischen Revolution in Europa eingeführte “Methode” hinzu, solche Utopien mit Gewalt und Terror erzwingen zu wollen, so hat man das Rezept für die politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts in der Hand. Es erübrigt sich zu schreiben, dass Gray Kommunismus und Nationalsozialismus für politische Religionen hält, was er in zwei Kapiteln begründet. “Modern revolutionary movements are a continuation of religion by other means.” (3)

Ich kann Gray nicht an jedem einzelnen Punkt seiner Argumentation folgen. Seine Kritik der Teleologie reiht ihn jedenfalls selbst in die Reihe der Aufklärer ein. Tatsächlich gibt es keine Belege dafür, dass sich die Menschheit mit einer Art naturgesetzlichen Sicherheit fortschrittlich entwickelt. Lebensbedingungen, Technik etc. entwickeln sich rasant weiter und werden ebenso rasant für Verbrechen in neuen Dimensionen eingesetzt, wie ein Blick auf das letzte Jahrhundert zeigt.

In einigen Kapiteln begibt sich Gray dann in die politische Gegenwart und klopft die amerikanische Außenpolitik der letzten zehn Jahre, die Neokonservativen und -liberalen sowie die Politik des Tony Blair erfolgreich nach diese irrationalen Elementen ab. Am Schluss des Buches beschreibt Gray völlig illusionslos die Natur des Menschen ohne religiösen und metaphysischen Überbau. Das Ergebnis ist wenig erfreulich.

Ein provokantes, aufklärerisches, lesenswertes Buch.

Religion und Evolution

Freitag, Dezember 25th, 2009

Seit einigen Jahren wird die Frage heftig diskutiert, inwieweit man das Entstehen der Religion evolutionstheoretisch erklären kann. Nicholas Wade setzt sich damit in seinem Buch The Faith Instinct: How Religion Evolved and Why it Endures auseinander. Eine lesenswerte Rezension findet sich im Economist:

Whatever Darwin’s personal sensibilities, Mr Wade is convinced that a Darwinian approach offers the key to understanding religion. In other words, he sides with those who think man’s propensity for religion has some adaptive function. According to this view, faith would not have persisted over thousands of generations if it had not helped the human race to survive. Among evolutionary biologists, this idea is contested. Critics of religion, like Richard Dawkins and Steven Pinker, suggest that faith is a useless (or worse) by-product of other human characteristics.

[…]

These objections aside, this is a masterly book. It lays the basis for a rich dialogue between biology, social science and religious history. It also helps explain a quest for collective ecstasy that can take myriad forms.

Über aktuelle Ersatz-Religionen

Donnerstag, Dezember 3rd, 2009

Theories of modernization are not scientific hypotheses but theodicies - narratives of providence and redemption - presented in the jargon of social science. The beliefs that dominated the last two decades were residues of the faith in providence that supported classical political economy. Detached from religion and at the same time purged of the doubts that haunted its classical exponents, the belief in the market as a divine ordinance became a secular ideology of universal progress that in the late twentieth century was embraced by international institutions.

[…]

Despite its claim of scientific rationality, neoliberalism is rooted in a teleological interpretation of history as a process with preordained destination, and in this as in other respects it has a close affinity with Marxism.

John Gray: Black Mass. Apocalyptic Religion and the Death of Utopia S. 105ff.

Gute Nachrichten aus dem Vatikan!

Mittwoch, Oktober 28th, 2009

Europa wird zunehmend liberaler. Umfangreiche Reformen in Spanien unter der neuen progressiven Regierung, wurde gegen den heftigen Widerstand der Kirche beschlossen. Die EU-Verfassung findet sich ohne göttliche Hilfe hervorragend zurecht und ein engstirniger katholischer Italiener führt zu einem Veto des EU Parlaments gegen die Kommission.

Der Vatikan sieht seinen Einfluss schwinden, und reagiert mit panischen Stellungnahmen. So wurde von wörtlich von einer antikatholischen Inquisition gesprochen. Eine ausführliche Zusammenfassung der Ereignisse findet sich ebenfalls bei der BBC unter dem Titel Vatican battles for EU influence.

Afrikanische Kirchen foltern Kinder

Sonntag, Oktober 18th, 2009

Unter dem Vorwand “Hexen” zu sein, werden regelmäßig afrikanische Kinder misshandelt. Ein Beispiel ist hier nachzulesen. Bevor man aber vorschnell die Nase über “Afrika” rümpft, lese man den irischen Bericht über die systematische sexuelle Ausbeutung von Jungen über Jahrzehnte (in Wahrheit: Jahrhunderte) in den katholischen Kinder”heimen” dort. Wer noch nicht aus der Kirche ausgetreten ist, finanziert das alles mit. Ob das der sicherste Weg ist, mit guten Taten in den Katholikenhimmel zu kommen?

Biographisches Wünsch-Dir-Was im Standard

Sonntag, September 6th, 2009

Marius Fränzel weist sehr richtig darauf hin, dass im Standard Unsinn zu lesen ist. Goethe war selbstverständlich nie in Wien und als Kulturjournalist sollte man das wenigstens recherchieren, bevor man so eine Schlagzeile schreibt, wenn man schon keine Ahnung von Goethes Biographie hat.

Kurzportraits von 50 Atheisten

Mittwoch, Juli 15th, 2009

Brainz hat fünfzig Atheisten ausgewählt und stellt diese in chronologischer Reihenfolge vor. Der Schwerpunkt liegt auf dem letzten Jahrhundert, so fehlt etwa der von mir geschätzte Xenophanes.

Bart Ehrman

Sonntag, Juni 14th, 2009

Jesus Interrupted. Revealing the Hidden Contradictions in the Bible (and Why We Don’t Know about Them)

Wer Fakten über das Neue Testament oder das Frühchristentum wissen will, ist mit Bart Ehrman bestens aufgehoben. Das zeigte Misquoting Jesus und bestätigt auch sein neues Buch. Es richtet sich in erster Linie an seine amerikanischen Landsleute deren Religiösität bekanntlich indirekt proportional zu Ihrem Wissen über religiöse Angelegenheiten ist. Mit “Jesus Interrupted” will Ehrman Aufklärungsarbeit leisten. Er beschreibt pointiert die Erkenntnisse der historischen Bibelforschung und vernachlässigt dabei nicht die Geschichte des Frühchristentums. Wer sich bereits mit der Materie beschäftigt hat, wird allerdings nichts Neues erfahren.

Schwerpunkt der Darstellung sind die gerne übersehenen zahlreichen Widersprüche im Neuen Testament und der Unmöglichkeit, den meisten von ihnen mit Hilfe hermeneutischer Verrenkungen beizukommen. Wie alle Bücher von Bart Ehrman ist auch dieses sehr empfehlenswert.

Sehe eben, dass es inzwischen wenigstens eines seiner Bücher auf Deutsch gibt: Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden: Wie die Bibel wurde, was sie ist .

Warum glauben Menschen an “unsichtbare” Einflüsse?

Samstag, Mai 23rd, 2009

Ein interessanter Artikel von Michael Shermer in Scientific American, warum so viele Menschen an “invisible agents” glauben:

Souls, spirits, ghosts, gods, demons, angels, aliens, intelligent designers, government conspirators, and all manner of invisible agents with power and intention are believed to haunt our world and control our lives. Why?

The answer has two parts, starting with the concept of “patternicity,” which I defined in my December 2008 column as the human tendency to find meaningful patterns in meaningless noise. Consider the face on Mars, the Virgin Mary on a grilled cheese sandwich, satanic messages in rock music. Of course, some patterns are real. Finding predictive patterns
in changing weather, fruiting trees, migrating prey animals and hungry predators was central to the survival of Paleolithic hominids. […]

Biblische Werte

Freitag, Mai 1st, 2009

There is not one word in the Bible in praise of intelligence.

Bertrand Russell

Bart Ehrman

Samstag, April 25th, 2009

Ehrman schreibt exzellente Bücher über Religionsgeschichte. Er informiert ohne religiöse Voreingenommenheit über aktuelle Erkenntnisse der Bibelforschung und zeigte bereits in mehreren Büchern - angesichts der textlichen Überlieferungsgeschichte - die Naivität derjenigen auf, welche die Bibel für bare Münze nehmen.

Nun gibt es ein neues Buch von ihm, Jesus, Interrupted: Revealing the Hidden Contradictions in the Bible (and Why We Don’t Know about Them).

Meine Notiz zum letzten Buch von Ehrman findet sich hier.